Aktuelle Krebszahlen in Österreich zeigen den Handlungsbedarf
Nach Daten der Statistik Austria lebten zu Jahresbeginn 2025 rund 409.000 Menschen in Österreich mit einer Krebserkrankung. Allein im Jahr 2024 erkrankten 48.360 Menschen neu an Krebs, 21.345 Menschen verstarben an den Folgen einer Krebserkrankung. Gleichzeitig steigt die Zahl jener, die mit oder nach Krebs leben, kontinuierlich; auch weil Therapien besser wirken und Diagnosen häufiger früher gestellt werden.
Bei etwa der Hälfte aller neuen Krebsfälle entfallen die Diagnosen auf Brust, Prostata, Darm und Lunge.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern
Bei Männern (und Krebserkrankungen überhaupt) ist Prostatakrebs DIE häufigste Krebsdiagnose. 2024 erhielten in Österreich knapp 26.000 Männer eine Krebsdiagnose, davon betrafen über 8.100 Fälle die Prostata. Damit entfällt rund ein Drittel aller neu diagnostizierten bösartigen Tumore bei Männern auf Prostatakrebs.
Weitere Kennzahlen verdeutlichen die Bedeutung:
- über 83.000 Männer leben aktuell mit einer Prostatakrebsdiagnose
- 1.434 Männer verstarben 2024 daran
- das 5-Jahres-Überleben liegt bei über 95 %
Gerade diese hohe Überlebensrate ist ein starkes Signal: Wird Prostatakrebs rechtzeitig erkannt, sind die Behandlungschancen sehr gut.
Wesentliche Aspekte zur Früherkennung
Große europäische prospektive Screening-Studien zeigen, dass systematische Früherkennung die Sterblichkeit an Prostatakrebs deutlich reduzieren kann. In der „European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer“ sank die prostataspezifische Mortalität über einen Zeitraum von 21 Jahren um mehr als ein Viertel (Reduktion um 0,71 Todesfälle durch Prostatakrebs pro 1.000 Teilnehmer), in der Göteborg-Studie nach 22 Jahren sogar mit 41% (Reduktion des Sterberisikos an Prostatakrebs um 0,59% von 2,13% auf 1,55%). Die Teilnehmer dieser Früherkennungsstudien waren im Wesentlichen zwischen 50 und 70 Jahre alt.
Der wichtigste Risikofaktor bleibt das Alter, zusätzlich spielen familiäre Vorbelastung und genetische Faktoren eine Rolle. Genau deshalb ist es sinnvoll, nicht erst bei Beschwerden zu reagieren, sondern frühzeitig mit dem Arzt oder der Ärztin über Vorsorge zu sprechen.
Ein häufiger Vorbehalt gegenüber Vorsorgeuntersuchungen ist die Sorge vor Überdiagnosen (Risiko, klinisch nicht relevante Fälle zu diagnostizieren). Bei etwa 30–50% aller 80-jährigen Männer ist ein Karzinom in der Prostata nachweisbar, bei Weitem nicht alle diese Karzinome sind jedoch behandlungsbedürftig. Früherkennung verfolgt deshalb das Ziel, risikorelevante und behandlungsbedürftige Fälle möglichst treffsicher zu erkennen und unnötige Therapien zu vermeiden.
Früherkennung ist heute nicht mehr gleichbedeutend mit sofortiger Behandlung, sondern oft der Beginn einer differenzierten Beobachtung und individuellen Entscheidung.
Wie Prostatakrebs-Früherkennung in Österreich derzeit erfolgt
In Österreich erfolgt die Prostata-Früherkennung überwiegend auf Eigeninitiative. Das bedeutet: Der Test wird auf Wunsch des Patienten oder auf Initiative des Arztes oder der Ärztin durchgeführt, ohne zentrales Einladungsprogramm und ohne fixe Intervalle. Auf europäischer Ebene wird aktuell an stärker organisierten, risikoadaptierten Screeningstrategien gearbeitet. Aktiv zur Früherkennung motiviert vor allem die Österreichische Krebshilfe, die umfassende Informationsangebote bereitstellt.
Warum Vorsorge jetzt wichtiger ist als später
Insbesondere Prostatakrebs verursacht in frühen Stadien keine Beschwerden. Wer nur bei Symptomen reagiert, verpasst oft das beste Zeitfenster für eine einfache und erfolgreiche Behandlung. Früherkennungsuntersuchungen bieten die Chance:
- Erkrankungen vor Symptombeginn zu entdecken
- Therapien früher und gezielter zu starten
- Belastendere Behandlungen zu vermeiden
- Überlebenschancen deutlich zu verbessern
Die aktuellen Zahlen zeigen klar: Krebs betrifft viele, aber Früherkennung wirkt. Vorsorgeuntersuchungen sind daher keine Formalität, sondern eine konkrete Investition in Lebensqualität und Lebenszeit.
Quelle: Statistik Austria, Österreichisches Krebsregister, Stand 12.01.2026
Quelle: Österreichischer Krebsreport 2025, https://www.krebsreport.at/vorsorge/aktuelle-epidemiologische-situation

